Einer der Blogautoren – Wolfgang Thränhardt, meine Story
Dezember 3rd, 2009 by Wolfgang Thränhardt
Hallo lieber Leser,
Vor 59 Jahren wurde ich in Weißenfels geboren, erlebte einen großen Teil meiner Kindheit in Dresden und kam als 10jähriger nach Berlin.
Hier im Ostteil Berlins, im Stadtbezirk Prenzlauer Berg, besuchte ich bis zur 8. Klasse zunächst eine allgemeine polytechnische Oberschule. Anschließend lernte ich von der 9. bis zur 12. Klasse an einer Erweiterten Oberschule. An dieser Schule machte ich mein Abitur mit gleichzeitigem Abschluss als Facharbeiter für Geflügelzucht, da ich ursprünglich vorhatte, Veterinärmedizin zu studieren. Diesen Studienwunsch mußte ich aber leider schnell begraben, da ein Notendurchschnitt von 2+ leider nicht ausreichte, einen entsprechenden Studienplatz zu erhalten. Deshalb bewarb ich mich 1968 an der Humboldt-Universität Berlin für ein 4jähriges Studium zum Hochulagraingenieur für Tierproduktion.
Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Studiums arbeitete ich 3 Jahre in der Landwirtschaft als Abteilungsleiter für die Milchproduktion. Eine meiner wichtigsten Hauptaufgaben war die Erstellung von Jahres-, Quartals-, Monats- und Tagesplänen, die sich nach den Vorgaben der Partei zu richten hatten und ständig so manipuliert werden mußten, dass am jeweiligen Jahresende das Planziel mit mehr als nur 100% immer übererfüllt wurde. Das und die Tatsache, das man ständig von mir verlangte, in die Partei einzutreten, belastete mich mit der Zeit so sehr, das ich mich nach 3 Jahren endgültig dazu entschloss, der Landwirtschaft den Rücken zu kehren.
Nach meiner Kündigung fuhr ich nach Berlin zurück und bewarb mich in der Folgezeit in den unterschiedlichsten Branchen, wie z.B. im Baugewerbe, im Gesundheitswesen und vielen anderen mehr. Obwohl überall Arbeitskräfte gesucht wurden, erhielt ich keine neue Chance, da ich durch mein abgeschlossenes Studium zu überqualifiziert sei.
Ein halbes Jahr später, ich hatte die Hoffnung auf einen neuen Arbeitsplatz fast schon aufgegeben, erinnerte ich mich daran, das ich schon immer ein großes Interesse an der Kunst im Allgemeinen und dem Theater im Besonderen hatte. Also unternahm ich einen letzten Versuch, bewarb mich 1974 bei dem renommiertesten Theater der DDR als Bühnentechniker und wurde mit der Begründung: „Was Sie vorher gemacht haben, spielt für uns keine Rolle. Wir haben sogar einen Dr. für Atomphysik, der arbeitet bei uns als Beleuchter.“, angenommen.
Zum ersten Mal machte mir eine Arbeit wieder richtig Spaß, denn ich wurde nicht nur von meinen Arbeitskollegen, sondern auch von allen Schauspielern akzeptiert und sehr geschätzt. Das Theater wurde so schnell zum Mittelpunkt meines Lebens.
Meine besondere Leidenschaft galt aber nach wie vor der Musik. Bereits im Alter von 11 Jahren hatte ich damit begonnen, zunächst in der Musikschule und später bei 2 hervorragenden Gitarrelehrern klassische Gitarre zu lernen. Einer dieser Lehrer, der auch an der Musikhochschule Berlin tätig war, machte mir eines Tages den Vorschlag, ich solle mich doch für das Studium der klassischen Gitarre bewerben. Ich war vollkommen überrascht, da ich mich selbst eigentlich gar nicht so gut eingeschätzt hatte. Ich dachte lange und intensiv darüber nach und fasste den Entschluß diesen Vorschlag anzunehmen. In der Folgezeit begann ich also jeden Tag in meiner Freizeit ca. 8 Stunden wie ein Weltmeister zu üben und mich auf das Studium vorzubereiten. Schnell merkte ich, daß die körperlich schwere Arbeit als Bühnentechniker nicht gut für die Lockerheit der Hände war, die für einen Musiker unabdinglich ist. Ich musste mir also schweren Herzens eine leichtere Arbeit suchen. 1977 fand ich diese Arbeit in einem Berliner BuchVerlag als Korrektor. Gleichzeitig konnte und wollte ich das Theater nicht mehr missen und arbeitete jedes Wochenende als Abendmann für die Bühnentechnik weiter.
Ein Jahr später änderte sich allerdings die Situation und das Theater stellte mich vor die Wahl, entweder dauerhaft als Bühnentechniker zurück zu kommen oder sich vollständig von ihm zu verabschieden. Ich war bereits zu sehr mit dem Theater verbunden und entschied mich daraufhin, entgegen meinem eigentlichen Plan, endgültig in den Schoss der Familie zurück zu kehren.
Dennoch hatte ich den Wunsch, klassische Gitarre zu studieren noch lange nicht aufgegeben.
Als 1984 das neuerbaute Schauspielhaus am Gendarmenmakt, das heutige Konzerthaus, kurz vor seiner baulischen Vollendung stand, bewarb ich mich erneut als Bühnentechniker und wurde angenommen.
In den darauffolgenden 4 Jahren hatte ich das Glück, die besten Orchester und Musiker der Welt kennen zu lernen und nutzte die Gelegenheit, während der zahlreichen Zwangspausen in einem jeweils unbesetzten Zimmer, welches den Musikern vorbehalten war mit Erlaubnis, mich weiterhin auf mein Musikstudium vorzubereiten.
Mit der Zeit fühlte ich mich zusehends unwohler in diesem Haus, da auch hier die Stasi immer in besonderem Maß allgegenwärtig war.
Deshalb fing ich 1988 beim Rundfunk als Mitarbeiter der Instrumentenverwaltung an. Hier war ich zuständig für die Ausgabe bestimmter Musikinstrumente und deren Zubehör an die Musiker in den einzelnen Tonstudios und Musiksäalen, die richtige Lagerung, Wartung und kleinere Reparaturen an den Instrumenten, den Materialeinkauf (sofern es überhaupt etwas gab), sowie für den Bau und die Reparatur der Transportkisten für die Musikinstrumente. Nebenbei arbeitete ich immer, wenn der Bedarf bestand, aushilfsweise als Orchesterwart.
Dann kam die Wende und es wurde damit begonnen, die Orchester aufzulösen. Das bedeutete auch für mich, das baldige Ende meiner bisherigen Tätigkeit und ich mußte mir überlegen, welchen beruflichen Weg ich zukünftig gehen sollte und vor allen Dingen auch wollte.
Dabei kam mir der Zufall entgegen. Zusammen mit mehreren Klavierbauern, wurde auch ich zu einer 2tägigen Besichtigung der damals größten Pianoforte-Fabrik Westeuropas nach Braunschweig eingeladen.
Hier wurden wir vom Inhaber und Chef der Firma wie Könige empfangen und die gesamte Zeit von ihm persönlich betreut. Wir waren begeistert von dem außergewöhnlich guten Arbeitsklima, das sowohl zwischen dem Chef und allen Mitarbeitern, sowie unter sämtlichen Mitarbeitern bestand.
Trotz meines bereits etwas fortgeschrittenen Alters (40) war man hier sofort bereit, mich zum Klavierbauer umzuschulen.
So begann ich meine Umschulung zum Klavierbauer im September ´90 als einer der ersten Ostberliner Umschüler überhaupt.
Nach 1 ½ Jahren schloss ich die Umschulung mit meiner Gesellenprüfung als Klavier- und Cembalobauer, Fachrichtung Klavierbau erfolgreich ab.
Ein sich anschließendes Angebot der Firma, mich zu übernehmen und fest einzustellen, schlug ich aus, da meine Familie nicht bereit war, nach Braunschweig zu ziehen.
Ich kehrte nach Berlin zurück und bewarb mich unter anderem auch bei der Firma Bechstein, wurde aber mit den Worten: „Sie sind uns zu teuer. Wir stellen nur Anlernkräfte ein.“ – abgewiesen. Nachdem ich mich in Berlin überall vergeblich beworben hatte, entschloss ich mich, mein Glück allein zu versuchen und machte mich als Klavierbauer selbständig. Sehr schnell mußte ich aber feststellen, dass ich von den wenigen Aufträgen allein nicht leben konnte und reihte mich zunächst wieder in das Heer der Arbeitslosen ein.
In der Folgezeit arbeitete ich 4 Jahre als Gitarrenlehrer für alle Altersgruppen.
1997 nahm ich eine Arbeit als Reinigungskraft bei einer kleinen Reinigungsfirma an, die sämtliche Leute nach 2 Monaten, noch während der Probezeit, wieder herausschmiss und nicht bezahlte.
2 Jahre später begleitete ich meine 2. Frau auf der Suche nach Arbeit zu einer der größten und renommiertesten Reinigungsfirmen in Berlin. Sie fand sofort eine Anstellung als Reinigungskraft in der Hotelreinigung. Da diese Arbeit nur nachts stattfand und ich Angst um Sie hatte, da sie nicht nur eine Frau, sondern zusätzlich noch Afrikanerin war, bewarb ich mich ebenfalls. In der Folgezeit arbeiteten wir stets zusammen in den besten Hotels der Stadt.
Doch der ständige Umgang mit den unteschiedlichsten chemischen Reinigungsmitteln führte bei mir nach ein paar Jahren allmählich zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die mich Anfang 2004 zwangen, diese Arbeit entgültig aufzugeben.
Wieder einmal arbeitslos geworden, und auf der Suche nach einem neuen Job, fand ich durch Zufall einen Verein, der in Zusammanarbeit mit einem privaten Arbeitsvermittler allen Arbeitsuchenden Hilfe anbot und versprach, Sie in neue Jobs zu vermitteln. Auch ich nahm dieses Angebot wahr und wir machten uns gemeinsam an die Erstellung meiner Bewerbungsmappe.
Kurze Zeit später bot ich dem Verein meine Mithilfe als ehrenamtlicher Mitarbeiter an. Von da an beriet ich alle arbeitsuchenden Bewerber in vielen persönlichen Gesprächen über alle Fragen, die sich um das Thema Arbeitsvermittlung und richtige Bewerbung drehten, half beim Schreiben der Bewerbungen, leitete eines der Vereinsbüros und führte zahllose Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern. Obwohl diese Arbeit nur ehrenamtlich war, erkannte ich, dass sie mir sehr viel Spaß machte. Und so entschloß ich mich, selbst Arbeitsvermittler zu werden. 2007 nahm ich an einem mehmonatigen Lehrgang an der IHK Berlin teil, den ich als zertifizierte Fachkraft für Personalberatung und –vermittlung abschloß. Auf diesem Lehrgang lernte ich auch meinen jetzigen Mitstreiter Herrn Lutz Czieselsky von der Firma job-providers kennen.
Mitte 2007 trennte ich mich von dem Verein und machte mich mit der Gründung der Firma ARBEITfinder24 als privater Arbeitsvermittler selbständig. Zunächst vermittelte ich allein Bewerber innerhalb Berlins und Deutschland. Nach einem ausfühlichen Erfahrungsaustausch mit Herrn Czieselsky beschlossen wir Ende 2007, uns für eine erfolgreichere Vermittlung unserer Bewerber gegenseitig zu unterstützen, unsere Kräfte zu vereinen und enger zusammen zu arbeiten. Dabei halfen wir zunächst ausschließlich auf Grundlage der von der ARGE ausgegebenen Vermittlungsgutscheine über die wir vergütet wurden.
Was war aber mit den vielen wirklich an Arbeit interressierten Bewerbern, die keinen solchen Vermittlungsgutschein bekamen, da sie entweder noch nicht lange genug arbeitslos waren und mit den zahlreichen Leuten, die zwar arbeitslos, jedoch keine Leistung von den Arbeitsämtern oder Jobcentern bezogen? Was war mit all den Leuten, denen die Kündigung Ihres bisherigen Arbeitsplatzes unmittelbar bevor stand? Was war mit all den Menschen, die mit ihrer Arbeit nicht mehr glücklich und zufrieden waren oder sogar gemobbt wurden? Was war mit allen anderen, die dringend eine neue Arbeit suchten und nicht in Deutschland wohnten?
All diesen Leuten konnten wir nicht helfen.
Hier standen wir vor einem immer größer werdenden Problem, das uns sehr beschäftigte und wofür wir zunächst keine optimale Lösung finden konnten.
Heute haben wir erkannt, dass eine reine Vermittlungtätigkeit bei weitem nicht mehr ausreicht. Ausschlaggebend für Ihren beruflichen Erfolg ist und bleibt immer Ihre aktive Mitwirkung, lieber Leser. Eine wirklich erfolgreiche Veränderung Ihrer beruflichen Situation können nur Sie selbst herbei führen.
Wir werden Sie dabei mit all unseren Erfahrungen und all unseren Kräften begleiten und unterstützen.
Ihr Wolfgang Thränhardt
Adresse zum posten bei Twitter:
http://bit.ly/4DcO6I
This entry was posted on Donnerstag, Dezember 3rd, 2009 at 16:49and is filed under Blog + Autoren. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
April 7th, 2010 at 08:11
Arbeit Finden…
Es ist mitunter schon ganz witzig was auf manchen Seiten zum Thema so geschrieben steht. Der Markt an Informationsfluten scheint irgendwie immer weiter mit Undurchsichtigkeiten zu ueberlaufen und die Suche nach wirklich guten Infos darueber eher zu ers…